Erst neulich habe ich mich mit meinem Grafiker über Webfonts auf Windows, Mac und mobile Endgeräte ausgetauscht. Hätten Sie gedacht, dass Schriften im Web selbst im Jahr 2012 nach wie vor völlig unterschiedlich dargestellt werden? Die neue Vielfalt durch Google Schriften (Google Fonts) sowie durch das sog. Font-Face (das es prinzipiell möglich macht, jedwede Schrift in eine Website einzubinden, sieht man einmal von den Lizenzbedingungen ab) wird aktuell durch verschiedenste Browser und Betriebssysteme sowie mobile Endgeräte empfindlich gestört. So kann es passieren, dass Ihre Lieblingsschrift für das Web unter Umständen a) durch eine andere Schrift ersetzt wird (weil die Wunschschriftart nicht verfügabr ist oder unterstützt wird) , b) komisch dargestellt wird (was das heißt, verrate ich Ihnen noch), c) Buchstabenabstände in verschiedenen Browsern variieren, oder d) die Schrift (oder besser gesagt der Text) schlichtweg nicht angezeigt wird.
Der Extremfall: Opera Mobile verweigert Webfonts von Google u.U. komplett
An eine unterschiedliche Darstellung sind wir mittlerweile gewohnt. Aber dass ein mobiler Browser schlichtweg keinen Text, also leeren Raum anzeigt, ist eigentlich unfassbar. Genau das aber kann passieren, wenn ein Nutzer den Opera Mobile in einer etwas älteren Version installiert hat. Nutzer, die ihren mobilen Opera (übrigens nicht zu verwechseln mit dem Opera Mini) aktualisieren, sehen zwar wieder die Schrift, doch ob die meisten Anwender ihren Browser stets aktuell halten, darf zumindest angezweifelt werden.
Beispiel: Bis dato verwendet das Blog http://www.typografie.info/2/ die wirklich schöne Google Schriftart Droid Sans. Haben Sie einen Opera Mobile installiert, sehen aber keine Schrift, wird es Zeit für eine Aktualisierung!
Opera Mini: Der wiederum mag kein Font-Face
Font-face bietet eine tolle Möglichkeit, praktisch jede Schrift in die eigene Website einzubinden (sofern die Lizenzbedingungen erfüllt sind). Leider kann es beim aktuellen mobilen Opera Mini jedoch passieren (zumindest auf meinem HTC Desire HD), dass eine völlig andere Schrift angezeigt wird. Denn: Font-face wird von diesem Browser shclichtweg nicht unterstützt. Ansonsten scheint dieses Problem nicht auszutauchen, zumindest habe ich im Web nichts zu einer mangelhaften Unterstützung von font-face auf Opera Mini gefunden.
Abgesehen von diesem Problem im Opera Mini wird font-face jedoch gut unterstützt, ja selbst in älteren Versionen des Internet Explorers.
font-face und ClearType
Bei ClearType handelt es sich um eine Technologie, die von Microsoft entwickelt wurde, um Schriften schöner darzustellen. Da dieser Methode zur Schriftenglättung jedoch nicht standardmäßig auf Windows XP aktiviert ist, kann es bei Webfonts mitunter zu extremen Verunstaltungen kommen. Ab Windows Vista und auf Mac gibt es jedoch keine Probleme.
In dem unteren Beispiel zeigt die erste Zeile einen Text mit aktiviertem ClearType, während in der zweiten Zeile Cleartype inaktiv ist. Ohne Cleartype werden die Buchstaben teils unterschiedlich stark dargestellt, was bei längeren Text äußerst unangenehm ist

Ganz schön dick, man
Wenn Windows-Nutzer die eigene Website zum ersten Mal auf einem Mac erblicken, erschrecken sie mitunter. Denn: Apple stellt Schriften von Hause aus anders dar, als dies Microsoft tut. Wieso? Es stecken unterschiedliche Philosophien dahinter. Während Microsoft versucht, Schriften an die Verhältnisse auf de Bildschirm anzupassen, optimiert Apple Schriften für den Druck (komischerweise schafftt es Apple trotzdem, ebenfalls weniger Probleme in der Bildschirmdarstellung hervorzurufen).

Leider sieht die Schrift unter XP nicht immer so “schön” aus. Quelle: http://www.rumborak.de/osx/Font-Rendering-Vergleich.html
Fazit
Mit Webfonts lässt sich mittlerweile eine Menge anstellen, um die eigene Websit ebenso schick wie leserlich zu gestalten. Dennoch sollte bei all dieser Vielfalt der Einsatzzweck und – damit einhergehend – die verschiedenen Ausgabegeräte berücksichtigt werden. Dabei hilft es, zu wissen, dass es keine 100%-ig einheitliche Darstellung von Webfonts gibt, und was bei der Verwendung bestimmter Schriften und damit verbundenen Methoden der Einbinung in die eigene Website unter Umständen passieren kann.





